Nadeldrucker
1. Allgemeines zum Nadeldrucker und technische Beschreibung
Nadeldrucker – Nachfolger des Typenraddruckers - wurden in den letzten Jahren aus dem heimischen Büro verdrängt und manch einer mag sich wundern, dass sie überhaupt noch im Gebrauch sind. In industriellen Produktionsprozessen finden die meist 9- oder 24-Nadel-Drucker noch vielfältige Verwendung.
Nadeldrucker gehören zu den Impact- und Matrixdruckern. Das Verfahren ähnelt der guten alten Schreibmaschine: Ein Druckkopf erzeugt Anschläge auf ein Papier, vor dem ein Farbband geführt wird. Farbband bezeichnet in diesem Fall auch die überwiegend verwendeten Schwarztonbänder. Optional lassen sich manche Geräte mit mehreren Druckfarben ausrüsten.
Die Vorteile des Nadeldruckers liegen auf der Hand: Der Ausdruck ist dokumentenecht und wasserfest, es können gleichzeitig mehrere Durchschläge, sogenannte Nutzen (10 Nutzen = 1 Original plus 9 Durchschläge), bedruckt werden, die – sicherheitsrelevant – inhaltlich absolut identisch mit dem Original sind und zudem ist auch ein zeilenweiser Druck möglich. Die Druckkosten sind insgesamt sehr niedrig, die Geräte wartungsarm und – was das Papier angeht – anspruchlos sind. Zudem kann das günstige und bedienungsfreundliche Endlospapier benutzt werden (siehe auch Zubehör Nadeldrucker).
Die Nachteile erklären das Verdrängen der Nadeldrucker aus den – heimischen – Büros: Lärm, relativ langsam bei wechselnder Qualität (Abnutzungsgrad des Farbbandes), bescheidene Farbqualität und ein gerastertes Druckbild, das der Verwendbarkeit von Zeichen und Grafiken gewisse Grenzen setzt. Folien können nicht bedruckt werden.
2. Trends und Entwicklungen
Das vielfältige Angebot hat sich in den letzten Jahren ganz auf die Bedürfnisse professioneller Anwender, vor allem in der Industrie, konzentriert. Entwickelt wird daran, die Lärmbelästigung zu reduzieren, die Druckgeschwindigkeit zu erhöhen und die Möglichkeiten zu vervielfältigen, einen Nadeldrucker in verschiedene Produktionsprozesse einzubinden. Andererseits suchen die Hersteller nach maßgeschneiderten Lösungen für bestimmte Produktionsabläufe.
In anderen Bereichen haben diverse Drucktechnologien die Nadeldrucker abgelöst. In privaten Büros werden vor allem Tintenstrahldrucker verwendet, die auch die Aufgaben der Fotodrucker, Kombigeräte Tinte und Plotter übernehmen. Teilweise nutzen auch Etikettendrucker das Tintenstrahlverfahren. In professionellen Einsätzen werden vor allem beim Druck von Text, Grafik oder Tabelle Laserdrucker s/w oder Laserdrucker Color favorisiert. Kopierer wurden hier überwiegend durch Kombigeräte Laser ersetzt.
3. Kaufberatung
Vor allem die günstigen Druckkosten lassen die Anschaffung eines Nadeldruckers bei großem Druckaufkommen sinnvoll erscheinen. Während Tintenstrahler mit 10 Euro bisweilen nur 250 Seiten schaffen und Laserdrucker bei gleichem Einsatz zehnmal soviel, erreichen Nadeldrucker mit einem 6 Euro teuren Farbband mal eben 4 Mio Seiten! Normales Ink-Jet-Papier für den Tintenstrahler kostet zum Beispiel 5 Euro für 500 Blatt, Endlospapier kann durchaus 30 bis 50 % günstiger sein.
Die kaufentscheidenden Aspekte unterschiedlicher Nadeldrucker ergeben sich, wie eigentlich bei allen professionellen Anwendungen von „Werkzeug“ aufgrund des Bedarfs. Gerade in größeren Anlagen muß jeder Druckerstand differenziert betrachtet werden. Der Markt hält mittlerweile vielfältige Möglichkeiten bereit. Im Einzelnen sollten individuelle Lösungen mit verschiedenen Anbietern diskutiert werden. Prinzip bedingt zeigen 24-Nadeldrucker eine höhere Druckbildqualität (Auflösung bis zu 360x360 dpi), dagegen schlagen 9-Nadeldrucker auf Nutzen (Durchschläge) besser durch. Teurere 24-Nadeldrucker erreichen mittlerweile jedoch eine ähnliche Durchschlagskraft. 24er sind meist auch fähig, im 9-Nadel-Verfahren zu drucken.
Die Preisspanne der angebotenen Geräte liegt bei den 9-Nadel-Druckern zwischen 180 und 650 Euro, bei den 24ern von 200 bis in den fünfstelligen Bereich. Preis treibend wirken sich die Anzahl der Nadeln, eine höhere Auflösung, Druckgeschwindigkeit und Anzahl der möglichen Durchschläge, Reduzierung der teilweise enormen Lärmbelästigung und eine vielfältigere Einbindbarkeit in verschiedene Arbeitsprozesse durch variablere Anschlussmöglichkeiten aus. Die verwendbare Papiergröße vergrößert nicht nur das Gerät, sondern erhöht auch den Preis.
4. Aktuelle Situation
Zahlreiche Hersteller bemühen sich um den Kunden, der viel zu drucken hat. Epson etwa bietet über 15 Geräte, je nach Bedarf 9-/24-Nadeldrucker, Tisch-/Stand- oder Bondrucker, in der Preislage zwischen 120 und 3600 Euro an. OKIs Angebot ist ähnlich ausgerichtet, bietet jedoch andere Detaillösungen an. IBM steht für große Drucker, die einem sehr hohen Druckaufkommen standhalten können. Die Preise gehen von zwei bis knapp sieben tausend Euro. Das vielseitigste Angebot hat wohl TellyGenicom, die über 30 fein abgestufte Bürolösungen und Produktionsgeräte zwischen 200 und 13.000 Euro liefern können. Auch Fujitsu, Lexmark, Seiko und Output Solutions haben einige Nadeldrucker im Programm.
Das reichhaltige Angebot an Zubehör kann vielleicht in Einzelfällen ein neues Gerät ersparen. Das gilt natürlich auch für Produkte der Kategorien Zubehör Kopierer und Zubehör Plotter sowie Zubehör Laserdrucker und Zubehör Kombigeräte.
5. Tipps
Nadeldrucker können da interessant sein, wo ein besonders hochwertiger Ausdruck nicht wirklich von Nöten, andererseits das Druckvolumen groß und eine wartungsarme und zuverlässige Arbeitsweise des Druckers von Bedeutung ist. Die Möglichkeiten des Vor-Ort-Service, der einen reibungslosen Ablauf sicherstellt, sind ebenso in die Kosten-Nutzen-Rechnung mit einzubeziehen, wie die langfristigen Druckkosten. Die Dimensionierung des Gerätes sollte zum einen dem exakten aktuellen Bedarf Rechnung tragen, aber auch künftige zu erwartende Entwicklungen „vorausahnen.“ Im Gegensatz zu Heim- und Bürogeräten ist bei dem industriellen Einsatz von Nadeldruckern von längeren Laufzeiten trotz höherer Belastung auszugehen. Sparen kann dabei sehr teuer werden.
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