Druckerpatronen
Einleitung
Schon an der Bezeichnung der Druckfarbenbehälter lässt sich in der Regel die Art des Druckwerks erkennen. Druckerpatronen sind typische Farbspender für Tintenstrahldrucker. In den Anfangstagen der Personal Computer, kurz PC, – Mitte 1970er bis Ende 1980er Jahre – setzten sich zusehends die Tintenstrahler gegenüber den Nadeldruckern durch. In privaten Haushalten waren die bis heute geltenden Vorteile des Nadeldruckers weitgehend uninteressant, dafür wogen die Nachteile schwer. Der Tintenstrahler ist erheblich schneller, leiser und kann weitaus mehr Vielfalt in das Druckbild bringen, da er gleich ganze Seiten verarbeitet. Somit sind formschöne Tabellen und Grafiken kein Problem. Auch kam bald Farbe ins Spiel. Schon in der Mitte der 1990er Jahre waren 4-Farb-Tintenstrahler in privaten Haushalten sowie kleinen Büros üblich. Große Firmenbüros kombinierten dagegen Farb- und Monochromlasergeräte, die für den heimischen Bereich schlichtweg unerschwinglich waren. Nach der Jahrtausendwende etablierten sich die Fotodrucker. Inzwischen sind fast alle Arbeitsplatzdrucker und Multifunktionsgeräte, die nach dem Tintenstrahlverfahren arbeiten, auch fähig, Fotos auszudrucken.
Diese Entwicklung forderten auch die Konstrukteure und Hersteller der Druckerpatronen heraus, die nicht immer dieselben waren, die auch die Drucker konzipiert hatten. Die Tinte musste immer feiner werden und für exzellenten Fotodruck wurde mit der Farbauswahl experimentiert. Hier spielt der Tintenstrahler seine technischen Variationsmöglichkeiten aus, da es bei dem vom Prinzip her simplen und robusten Aufbau relativ einfach ist, mehr als die üblichen vier Farben Schwarz, Gelb, Cyan und Magenta einzusetzen. Beispielsweise verwenden viele Fotodrucker ein extra feines Schwarz sowie Pastelltöne von Cyan und Magenta. Manche Drucker kommen so auf bis zu 12 verschiedene Farben. Auch Großformatdrucker konnten auf diese Weise für die Aufgaben als Fotodrucker vorbereitet werden. Diese so genannten Plotter verwenden allerdings weitaus größere Patronen, die auch schon mal einen halben Liter Farbe pro Patrone beherbergen.
Wichtige Voraussetzung für den Einsatz mehrerer Farben war die Trennung vonDruckkopf und Patrone. Die ersten Tintenstrahler beschränkten sich auf den Schwarzdruck und benötigten somit keinen zweiten Druckkopf und auch keine zweite Patrone. Bei den Farbdruckern setzte man anfänglich auf zwei Patronen: Eine Patrone enthielt Schwarz, bei der anderen teilten sich die Farben Gelb, Cyan und Magenta den Raum. Entsprechend besaßen diese Patronen drei Kammern. Vor allem Druckerpatronen HP (zum Beispiel Color Inkjet) waren so aufgebaut, dass Druckkopf und Patrone bzw. 3-Farbpatrone eine Einheit bildeten. Der Vorteil lag auf der Hand: Mit jeder neuen Patrone wurde auch der Druckkopf ausgetauscht, womit eine gleich bleibende Druckqualität garantiert werden konnte. Als Nachteil ist allerdings nicht nur die Begrenzung der Druckfarben auszumachen, sondern auch, dass bei ungleichmäßiger Nutzung der Farben die Druckerpatronen ausgewechselt werden mussten, obwohl in einer oder sogar zwei Kammern noch Farbe war.
Hiergegen half erst die Single-Ink-Jet-Technik wie etwa bei Druckerpatronen Canon (siehe Bauserien BJ-C, i und Pixma). Druckkopf und Farbpatronen waren getrennt. Somit konnte jede Farbpatrone dann ausgetauscht werden, wenn sie leer war. Damit wird allerdings der Druckkopf nicht automatisch erneuert und es kann mit der Zeit zu erheblichen Verschmutzungen und damit unschönen Ausdrucken kommen. Dem kann durch den Austausch des Druckkopfes Einhalt geboten werden. Ein anderes Verfahren reinigt die Druckdüsen regelmäßig. Allerdings kostet dieses Prinzip recht viel ungenutzte Farbe und führt bei manchen Modellen auch dazu, dass das Innenleben des Druckers zusehends verdreckter ist.
Hersteller und ihre Druckerserien
Neben HP und Canon bieten natürlich auch sehr viele andere Druckerhersteller Tintenstrahler an. Nicht immer lässt sich dabei anhand der Druckerserie schon erkennen, um was für ein Gerät es sich handelt. Druckerpatronen Brother werden beispielsweise für die Baureihen DCP, FAX und MFC benötigt, zu denen auch Laserdrucker, Multifunktionsgeräte und Faxgeräte gehören. Bei Druckerpatronen Epson weiß der Kenner sofort, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit um Modelle der vielen Stylus Serien (Stylus, Stylus Color, Stylus DX, Stylus Photo, Stylus Pro usw.) handelt. Dagegen konzentriert sich das Angebot Druckerpatronen Lexmark auf Colorjetprinter, die P- und die Z-Serie. Lediglich die X-Serie ist auch als Laserdrucker zu haben. Ebenso vereinen die Druckerpatronen Samsung Modellserien MSYS und SF sowohl Tintenstrahler als auch Lasergeräte. Im Angebot sind zudem noch Druckerpatronen Compaq sowie Druckerpatronen Olivetti. Selbst für ältere Geräte, die Druckerpatronen Telekom (lieferte bereits zu Zeiten der Vorgängerinstitution Deutsche Bundespost Drucker und Faxgeräte) oder Druckerpatronen Xerox (konzentriert sich heute überwiegend auf Lasergeräte und die hauseigenen Festtintendrucker) benötigen, ist das entsprechende Verbrauchsmaterial leicht über die Suchfunktion zu finden.
Aktuelle Situation
Wirklich nicht neu ist die Erkenntnis, dass die Druckfarbe auf Dauer das Teuerste an einem Drucker ist – vor allem bei Tintenstrahlern. Daher ist es gut nachvollziehbar, wenn Kunden hier versuchen zu sparen und diverse Hersteller diesem Treiben durch interessante Angebote nachgehen. So offerieren beispielsweise die Abteilungen Druckerpatronen Freecolor und Druckerpatronen Geha preiswerte Alternativen.
Üblicherweise sind heute praktisch alle Tintenstrahldrucker auch Fotodrucker. Dennoch gibt es natürlich Leistungsunterschiede. Ein Multifunktionsgerät für unter 100 Euro wird beim Fotodruck nicht so perfekt abschneiden wie ein 1000 Euro Drucker, der speziell auf den Ausdruck von Fotos getrimmt ist und beispielsweise 10 statt 4 Farben verwendet.
Tipps
Schon bei der Anschaffung des Druckers sollte darauf geachtet werden, bei welchen Geräten die Druckkosten höher oder niedriger liegen. Mittelfristige Planungen – etwa Anschaffungs- und Druckkosten auf zwei Jahre gerechnet – können helfen, sich eine Übersicht zu verschaffen. Vor allem sollte im Vorfeld abgeklärt werden, was am häufigsten gedruckt wird. Stehen vor allem Textseiten in schwarzer Druckfarbe an und nur gelegentlich kommt mal ein Farbdruck, ein Fax oder ein Foto dazu, so macht es vielleicht Sinn, ein Multifunktionsgerät (Farbtintenstrahler) mit einem Arbeitsplatzdrucker (Monochromlaser) zu kombinieren.
Bei allzu preiswerten Druckerpatronen besteht immer die Gefahr, dass es sich um mindere Qualität der Druckfarbe handelt. Die Folge können nicht nur unerwünscht verschmierte Ausdrucke sein, sondern letztlich auch eine teuere Druckerreparatur, wenn sich die Druckfarbe zum Beispiel ziellos im Gerät verteilt.