Bandlaufwerke
Bandlaufwerke wurden in den 1950er und 1960er Jahren entwickelt und ersetzten die Lochkarte als Speichermedium. Bis heute werden Bänder als Speichermedien für die Sicherung großer und selten benötigter Datenmengen eingesetzt, etwa bei der Datensicherung für Server. Charakteristisch für alle Bandlaufwerke ist die Nutzung von Bändern mit zwei Bandspulen, die über einen Aufnahme/Wiedergabekopf und einen Löschkopf gelesen und beschrieben werden.
Im Laufe der technischen Entwicklung wurden unterschiedliche Verfahren und Varianten von Bandlaufwerken auf den Markt gebracht. Sie nutzen unterschiedliche Bandbreiten und Aufzeichnungsverfahren. Waren die ersten Vertreter noch schrankgroße Geräte, so lassen sich die aktuellen Bandlaufwerke wie andere PC Komponenten in PC´s einbauen oder als externe Komponenten anschließen. Einbaulaufwerke passen in einen 5,25"-Schacht oder in halber Bauhöhe ähnlich wie DVD Laufwerke in einen Laufwerksschacht. Die gängigsten Typen sind:
DAT(DDS) Laufwerke
Aus der Studiotechnik kommend wurden DAT Laufwerke von Sony und HP zum Industriestandard Digital Data Storage (DDS) zur Datensicherung auf dem DAT-Band weiterentwickelt. Das Laufwerk wird über SCSI-Schnittstelle oder USB an den Computer angeschlossen. DAT Laufwerke haben eine Speicherkapazität von 4 bis 320 GB.
DLT Laufwerke
Die Kapazität der von Digital Equipment entwickelten Digital Linear Tape(DLT)-Medien reicht bis 80 GB, in der Entwicklungsstufe S-DLT können bis zu 1,6 Terabyte Daten unkomprimiert gespeichert werden. DLT Laufwerke zeichnen sich durch ihre hohe Lebensdauer aus.
LTO Laufwerke
IBM, Seagate und HP entwickelten gemeinsam den Linear Tape Open(LTO)-Standard zur Bandaufzeichnung. Da dieser Standard das Gemeinschaftswerk mehrerer Hersteller ist, sind die Speichermedien verschiedener Hersteller auf auch den LTO-Laufwerken andere Anbieter nutzbar. LTO Laufwerke können komprimiert bis zu 800 GB bei einer Übertragungsrate bis 120 MB/s speichern.
SLR Laufwerke
Die Scalable Linear Recording(SLR)-Technologie wurde 1970 von Tandberg entwickelt. SLR Laufwerke haben bis zu 70 GB Speicherkapazität.
Travan Laufwerke
Der Vorgänger des SLR-Verfahrens ist die Quarter Inch Casette (QIC). Travan Laufwerke nutzen dieses Verfahren mit kleineren Bändern, die daher auch Mini-QIC-Kassetten genannt werden. Mit maximal 20 GB bieten sie allerdings relativ wenig Speicherkapazität.
MODrive Laufwerke
MODrive Laufwerke verwenden keine Bänder, sondern magnetooptische Datenträger. Daher fallen sie eigentlich nicht unter die Kategorie Bandlaufwerke, werden wie diese aber vorwiegend zur Datensicherung eingesetzt und bieten eine höhere Datensicherheit als DVD RAM.
Die Vorteile der Bandlaufwerke sind die geringen Kosten der Medien, hohe Speicherkapazitäten (je nach Technologie bis zu 1,6 Gigabyte), geringer Platzbedarf, schnelle Aufzeichnung großer Datenmengen und die lange Haltbarkeit der Speichermedien bis zu 30 Jahre. Die Nachteile liegen in der Empfindlichkeit gegenüber Staub und magnetischen Einflüssen, der Speicherung neuer Daten nur im Anhang an alte Daten und der je nach Technik längeren Zugriffszeit als bei anderen Speichertechnologien, wie sie DVD Brenner, Blu-Ray oder Festplatten bieten. Daher werden Bandlaufwerke vorwiegend im professionellen Bereich eingesetzt und spielen für Privatanwender kaum eine Rolle.
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